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Thüringens größte Solarthermieanlage geht ans Netz

In Marbach ging am 21. Mai die derzeit größte Solarthermie-Anlage Thüringens ans Netz. Anja Siegesmund, Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz des Freistaates Thüringen, nahm sie gemeinsam mit Karel Schweng, Geschäftsführer der SWE Energie GmbH, in Betrieb. Die Anlage steht auf einer knapp 3.000 m² großen Sonnenkollektorfläche. Auf 2.000 m² davon werden Vakuumröhren eingesetzt.
 
Das Pilotprojekt erschließt neue erneuerbare Wärmequellen und dient vorrangig als Versuchsanlage, um Erfahrungen zu sammeln. „Zwar ist die Solarthermie kein Neuland mehr, aber wir setzen in dieser Anlage unterschiedliche Technologien ein, die wir auf ihre Effizienz testen wollen“, sagte Karel Schweng, Geschäftsführer der SWE Energie GmbH.
 
„Mit dieser neuen Anlage fließt die Sonnenenergie direkt zum Heizkörper im Wohnzimmer. Das ist ein großer Schritt für Wärmewende und Klimaschutz in Thüringen. Denn ab 2040 setzen wir komplett auf Erneuerbare Energien, dazu brauchen wir den zügigen Ausbau, besonders beim Heizen und Kühlen von Wohngebäuden“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund.
 
Um das Sonnenlicht einzufangen und seine Energie nutzbar zu machen, werden Flach- und Röhrenkollektoren genutzt. Letztere funktionieren nach dem Prinzip der Thermoskanne. Basis sind Vakuumröhren, in denen die Wärme gespeichert wird.
 
Vorteil der Solarthermie: Sie gewinnt Wärme aus der Energie der Sonne, die kostenfrei und umweltfreundlich genutzt werden kann. Diese Wärme wird in das Fernwärmenetz eingespeist – die mit Abstand umweltfreundlichste Methode, um Wohnungen in der Landeshauptstadt Erfurt zu heizen bzw. mit heißem Wasser zu versorgen.
 
„Mit der Installation einer thermischen Solaranlage tragen wir aktiv zur Verringerung der klimaschädlichen CO2-Emissionen bei, nur mit der Kraft der Sonne erzeugen wir heißes Wasser. Damit können wir 120 Erfurter Haushalte mit warmem Wasser versorgen“, erklärte Karel Schweng, Geschäftsführer der SWE Energie GmbH.
 
Die Anlage funktioniert auch ohne direktes Sonnenlicht. Auch bei Wolken wird heißes Wasser produziert. Um mögliche Schwankungen bei der Wärmeversorgung auszugleichen, gehen zeitgleich auf dem Gelände der Iderhoffstraße zwei neue Heizkessel an den Start. Das Prinzip dahinter: Die riesigen Heizkessel produzieren dann Wärme, wenn das große Kraftwerk im Nordosten der Landeshauptstadt und die Sonnenkollektoren in Marbach nicht genug davon liefern können, was beispielsweise im Winter der Fall ist. „Damit sind die Kessel so eine Art Sicherung, damit die Erfurter keine kalten Füße bekommen“, sagte Karel Schweng.
 
Fakten:
Das Erfurter Fernwärmenetz ist 195 Kilometer lang.
40.000 Erfurter werden darüber mit heißem Wasser versorgt. Derzeit können 7.000 Kubikmeter heißes Wasser im Fernwärmespeicher in der Iderhoffstraße zwischengespeichert werden. Ein zweiter Speicher mit dem gleichen Volumen am Standort der Gas- und Dampfturbinenanlage ist in Planung.