Headerbild mit einem Miniaturmodell des Erfurter Doms

Erfurter Energiemodell

Auch in Zukunft sicher versorgt.

Das Erfurter Energiemodell findet auf jedes Szenario die richtige Antwort und garantiert die Energieversorgung, egal ob die Sonne scheint, der Wind weht oder es schneit. So sind Sie 365 Tage im Jahr gut versorgt.

Für alle, die es plastisch mögen: Das Original-Erfurter-Energiemodell können Sie als Installation in unserem Kundenzentrum in der Magdeburger Allee 34 erleben.

Welche zentrale Rolle Fernwärme im Erfurter Energiemodell spielt, erfahren Sie auch in unserer Broschüre.

Erfurter Energiemodell mit aktuellen und zukünftigen Komponenten

Grafik vom Erfurter Energiemodell mit allen Komponenten

Jeder der 3 Gasturbinen ist auch ein Abhitzekessel nachgeschaltet, der die etwa 520 Grad heißen Abgase der Gasturbinen zur Dampferzeugung nutzt. Mit dem sogenannten Frischdampf (520 °C, 80 bar) wird eine nachgeschaltete Dampfturbine angetrieben.

In den drei Gasturbinen wird Luft mit dem Verdichter komprimiert, in der Brennkammer mit Gas gemischt, gezündet und bei ca. 1400 °C verbrannt. Das entstehende Abgas entspannt sich über die Arbeitsturbine, die wiederum einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die heißen Abgase werden zum Abhitzekessel geleitet.

Der sogenannte Frischdampf aus den Abhitzekesseln (520 °C) entspannt sich über der Dampfturbine und setzt dabei die Turbinenschaufeln in Bewegung. Die Turbine treibt den angekoppelten Generator zur Stromerzeugung an. Der Dampf aus der Dampfturbine speist das Dampfnetz und erhitzt über die Heizkondensatoren das Fernwärmewasser.

Die in den Gasturbinen und der Dampfturbine erzeugte Bewegungsenergie treibt die Generatoren an. Diese produzieren den elektrischen Strom. In Summe sind das etwa ¾ des Strombedarfs der Stadt Erfurt.

Die Blocktransformatoren transformieren den in der GuD-Anlage erzeugten Strom von 10 Kilovolt auf eine Spannung von 110 Kilovolt. Mit dieser Spannung wird der Strom dann zum Umspannwerk übertragen.

Die Heizkondensatoren sind große Wärmetauscher. In ihnen wird das abgekühlte Heizwasser aus dem Fernwärmenetz mit dem Abdampf aus der Dampfturbine wieder erwärmt und danach den Kunden wiederum als Heizwärme zur Verfügung gestellt.

Hier erfolgt die Überwachung und Steuerung der Erzeugeranlagen und des Fernwärmenetzes und auch die Annahme und Koordination von Störungen im Wärmenetz.

Stromnetz

Von den Umspannwerken (8 a) wird der Strom in Erfurt mit einer Spannung von 10 Kilovolt zu den fast 1000 Ortsnetztransformatoren (8 b) verteilt. Von dort aus gelangt der Strom mit einer Spannung von 0,4 Kilovolt zu den Haushalten.

Fernwärmenetz

Über das Fernwärmenetz wird das 95 °C bis 125 °C heiße Heizwasser mit einem Nenndruck von maximal 12 bar zu den Privatkunden transportiert.

Über das Dampfnetz wird der 200 °C heiße Dampf mit einem Druck von 9 bar zu den Industriekunden transportiert.

Die Wärmeübergabe an den Verbraucher erfolgt in einer Hausanschluss- bzw. Umformerstation. In diesen Stationen wird das im Haus zirkulierende Heizungswasser durch das Fernwärmewasser erwärmt.

Im Wärmespeicher wird die Überschusswärme aus der Stromerzeugung gespeichert und zur zeitlich entkoppelten Versorgung der Fernwärmekunden genutzt.

Erneuerbare Energien

Der Elektrokessel nutzt das zeitweise vorhandene Stromüberangebot aus, um in diesen Zeiten Wasser zu erhitzen, welches in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Dieses Prinzip wird Power-to-Heat genannt.

Bei Solarthermie wird Wasser direkt durch Sonnenstrahlen erhitzt. Anschließend wird dieses heiße Wasser in das Fernwärmenetz gespeist und kann sofort verbraucht werden oder in den Wärmespeicher fließen.

Die Power-to-Gas-Technologie befindet sich noch in der Forschung. Sobald sie ihre Marktreife erreicht hat, kann sie auch in Erfurt ein Stromüberangebot in Gas wandeln. Das so erzeugte „synthetische Gas“ könnte das in der GuD-Anlage benötigte Erdgas sukzessive ersetzen.

Der durch erneuerbare Energiequellen eingespeiste Strom wird durch Windräder und Photovoltaik-Anlagen gewonnen. Besteht ein Stromüberangebot, können künftig Stromspeicher zum Einsatz kommen.